veröffentlicht am 03.12.2021

Unsere wichtigsten Erfolge September-Dezember 2021

Das Jahr neigt sich dem Ende zu, doch Greenpeace ist trotz der weltweit weiterhin herausfordernden Situation weiter aktiv geblieben. So konnten unsere AktivistInnen und KampaignerInnen weiter wichtige Erfolge erreichen!

Für umweltfreundlichen Verkehr

Wir brauchen ein gesundes Klima und müssen das Zubetonieren unersetzbarer Lebensräume verhindern – und das geht sich mit immer mehr Straßen und Autobahnen einfach nicht aus. Wir kämpfen für sauberen Verkehr für alle!

Die Rainbow Warrior fordert auf dem Weg zur COP in Glasgow den Stop der Lobauautobahn.

Indonesien

Jakarta ist eine der verschmutztesten Städte der Welt. Die Luftverschmutzung erreicht regelmäßig das Dreifache der von der WHO festgelegten Standards. Grund sind massiver Verkehr, Kohlekraftwerke und die Brandrodung der Urwälder. Greenpeace verklagte die Regierung gemeinsam mit 32 BürgerInnen wegen Versäumnissen in der Bekämpfung des Problems – und gewann! Jetzt müssen ernsthafte Maßnahmen zur Verbesserung der Luftqualität gesetzt werden.

Österreich

Seit Jahren haben Greenpeace-AktivistInnen gemeinsam mit einer vielfältigen Allianz aus UmweltschützerInnen gegen die Lobauautobahn gekämpft: 2006 begann es mit der Besetzung der Lobau, um gegen Probebohrungen der ASFINAG zu protestieren. Und noch 2021 wurde die Lobau erneut Heimat eines Protestcamps, und Greenpeace-AktivistInnen besetzten sogar das Rathaus. Und jetzt wurde ein wichtiger Meilenstein erreicht: Bundesministerin Gewessler sagte das Megaprojekt ab!

Gegen die Plastikflut

Die Verschmutzung der Welt mit Plastik ist eine Katastrophe für Mensch, Tier und Umwelt. Umso wichtiger ist es, dass wir uns mit voller Energie für ein Ende der Plastikflut einsetzen.

Vor dem Wiener Stephansdom haben AktivistInnen einen Berg von Pfandflaschen aufgeschichtet.

Österreich

Nach mehreren Jahren harter Kampagnenarbeit, tausenden Petitionsunterstützungen und E-Mail-Aktionen hat der Nationalrat die Novelle des Abfallwirtschaftsgesetzes beschlossen. Endlich gibt es in Österreich Mindestquoten für Mehrweg und Pfand. Auch die Diskonter, die bis jetzt Zusammenarbeit verweigerten, kamen zuletzt mit an Bord und müssen nun Mehrwegangebote bereitstellen.

Russland

In Russland sind Informationen über Recycling nicht leicht öffentlich zugänglich, wodurch es schwer ist, selbst einen Beitrag zur Wiederverwertung leisten. Mit der neuen Recyclemap stellt Greenpeace die Informationen selbst zur Verfügung. Gleichzeitig arbeitet GP weiter daran, das Problem an der Quelle zu lösen.

Für saubere statt fossiler Energie

Die Zeit der fossilen Energien muss so schnell wie möglich enden – das ist für ein gesundes Klima genauso wie für gesunde Luft und Meere unerlässlich. Wir brauchen dabei keinen Irrweg über Atom und Gas und sorgen dafür, dass die Zeit der sauberen und erneuerbaren Energien so rasch wie möglich beginnt.

In einer Aktion gegen fossile Energien blockieren Schlauchboote der Esperanza einen Gastanker beim Hafen von Sagunto in Spanien

Australien

Große Energiekonzerne tragen viel zur Klimaerhitzung bei. Die Shareholder solcher Unternehmen haben in der Vergangenheit oft konservativ für Profit und gegen Umwelt gestimmt. Das trifft auch auf AGL Energy zu, unter Australiens Unternehmen der größte Mitverursacher der Klimaerhitzung. Doch nach einer Greenpeace-Kampagne haben 55 Prozent der AktionärInnen von AGL für die Einhaltung der Pariser Klimaziele gestimmt! Dabei wurde auch der Schulstreiker Ashjayeen Sharif für den Vorstand nominiert.

Bulgarien und Rumänien

Kohle ist der größte Klimakiller und als schmutzigste Energieform auch verantwortlich für den Tod zehntausender Menschen jährlich. Auch die Trinkwasserversorgung ist durch Kohle in Gefahr. Doch viele Länder in Mittel- und Osteuropa setzen nach wie vor auf Kohle. Der geduldige und langjährige Einsatz von Greenpeace war jetzt doppelt erfolgreich – Rumänien und Bulgarienhaben einen Kohleausstieg festgelegt. Rumänien mit 2032, Bulgarien mit 2038. Jetzt werden wir versuchen, die Ausstiege vorzuziehen!

China

Immer noch werden große Kohleprojekte gefördert, obwohl wir längst alle fossilen Energieträger im Boden lassen sollten. GP hat sich seit Jahren darum bemüht, besonders die Finanzierung von Kohleprojekten durch Südkorea, Japan und China zu stoppen. Jetzt hat Chinas Präsident in einer Rede angekündigt, die Finanzierung von Kohleprojekten im Ausland einzustellen – damit sind alle drei Länder an Bord!

Frankreich

Trotz der Ankündigungen von Emmanuel Macron ging der Fortschritt beim Klimawandel bisher schleppend voran. Doch die 2,3 Millionen Menschen, die mit Greenpeace und anderen die Klage für Klimagerechtigkeit unterstützt haben, waren erfolgreich: Das Gericht hat entschieden, dass der französische Staat sein Klimaziel einhalten und die Folgen seiner Untätigkeit in der Vergangenheit beseitigen muss.

Niederlande

Der Shell-Konzern behauptete in seiner Werbung, KundInnen könnten mehr für Treibstoff zahlen und so Carbon-Offset-Programme finanzieren, die den Verbrauch treibhausgas-neutral machen würden – eine typische Greenwashing-Schwindelei. Die Anzeigen wurden zurückgezogen, nachdem Greenpeace gemeinsam mit StudentInnen und anderen Organisationen protestiert hatte!

Ebenso in den Niederlanden konnte Greenpeace nach fast 10 Jahren Aktivismus gemeinsam mit anderen Organisationen den größten Pensionsfonds dazu bewegen, sich von fossilen Brennstoffen zu trennen. Der niederländische Pensionsfonds ABP hält 15 Milliarden Euro an fossilen Investitionen und ist der größte Europas. Die Entscheidung ist wichtig, denn die fossile Industrie kann neue Projekte vorantreiben, weil Finanzdienstleister ihr die Möglichkeit geben, indem sie Projekte versichern oder die Finanzierung durch Investition in Anlagen sichern.

Für eine Welt frei von Umweltgiftenn

Rücksichtslose Industrien bringen giftige Stoffe ins Wasser, in die Luft und in den Boden. Sie gefährden die Gesundheit von Mensch, Tier und Ökosystemen. Wir kämpfen darum, unsere Welt frei davon zu machen.

„Russland ist keine nukleare Müllhalde" steht auf dem Transparent, mit dem ein Aktivist einen Zug mit französischem Atommüll mit Zielort Russland blockiert

Frankreich

Greenpeace Frankreich zeigte auf, dass Atommüll aus Frankreich nach Russland verschifft wird und forderte die Regierung auf, Russland nicht als nukleare Müllhalde Frankreichs zu behandeln.

USA/International

Per- und polyfluorierte Alkylverbindungen werden u.A. für atmungsaktive Outdoor-Kleidung verwendet. Allerdings halten sie sich lang in der Umwelt und stehen in Verbindung mit Hormonstörungen, Tumoren und der Hemmung der Fortpflanzung bei Wildtieren. Nachdem Greenpeace große Hersteller dazu gebracht hat, sich zu PFC-freier Kleidung zu bekennen, hat Gore Fabrics (Gore-Tex) jetzt die ersten komplett PFC-freien Membranen auf dem Markt eingeführt!

Für intakte Wälder und Naturräume

Ohne Wälder und intakte Naturräume geht die Heimat zahlloser Tiere verloren uns unser Kampf für einen lebenswerten Planeten wäre aussichtslos. Doch wir zeigen, dass die Hoffnung nicht verloren ist, und kämpfen mit aller Kraft für ihren Erhalt.

AktivistInnen haben auf ein Kulturgebäude in Seoul Bilder bedrohter Arten projiziert

Demokratische Republik Kongo

Die Regierung der Demokratischen Republik Kongo hatte angekündigt, ihr zwanzigjähriges Verbot zur Abholzung im Kongo-Regenwald aufzuheben. Eine Katastrophe drohte, denn der Wald ist Heimat zahlreicher Tiere, wie Okapis, Gorillas, Waldelefanten und vielen mehr.

Greenpeace wurde aktiv und setzte sich gemeinsam mit anderen NGOs beim Präsidenten für ein Umdenken ein. Mit Erfolg: Am 15. Oktober ordnete Präsident Félix Tshisekedi im Ministerrat die Aussetzung aller zweifelhaften Abholzungs- konzessionen an, einschließlich der sechs im September 2020 erteilten.

Schweden

Der schwedische Sveaskog-Konzern drohte im Gebiet der Samen Rodungen durchzuführen und so die Lebensgrundlage zu zerstören. Eigentlich müssten davor Konsultationen stattfinden, doch das wurde einfach übergangen. Greenpeace-AktivistInnen, die gemeinsam mit Gruppen der Samen patrouillierten, konnten die Rodungen entdecken und blockieren. Weitere Aktive trafen ein, Pressearbeit machte den Skandal bekannt – die Rodungen wurden eingestellt.

Rumänien

Die kanadische Firma Gabriel Resources wollte bei Roșia Montană nach Gold graben. Ein riesiger giftiger Zyanidsee hätte die historische Landschaft verwüstet. 10 Jahre Einsatz gegen das Projekt hatten Erfolg: Das Gebiet wird Weltkulturerbe.

Russland

Eine Gesetzesänderung bedrohte Naturschutzgebiete. Sie hätte es ermöglicht, die Grenzen regionaler, besonders geschützter Naturgebiete für industrielle Aktivitäten wie Gold-, Öl- und Gasabbau, den Bau von Trassen usw. zu verändern. Greenpeace Russland sammelte 95.000 Petitionsunterschriften an das Parlament, um den Gesetzesentwurf abzulehnen. Mit Erfolg, die Gesetzesänderung wurde abgewiesen!

Für gesunde Meere

Wo Delfine und Wale leben, wo tausende Fische zwischen Korallen schwimmen, dort liegt auch unsere Hoffnung: In gesunden Meeren, der Lebensgrundlage von Millionen und unseren Verbündeten gegen die Klimakatastrophe. Wir tun alles für ihre Rettung.

Vor der Insel Elba studieren ForscherInnen von Greenpeace die Gesundheit der Meer und kämpfen für ihre Gesundheit

Kanada

Die Entwicklungsfirma GNL Québec wollte am St. Lorenz-Strom eine Gasverflüssigungsanlage mit Export-Terminal errichten, die durch eine Pipeline versorgt wurde. Das Projekt bedrohte die St. Lorenz-Belugawale und hätte in 25 Jahren soviel Treibhausgas ausgestoßen wie 15 Millionen Autos. GP Kanada kämpfte mit Alliierten dagegen. 648 WissenschaftlerInnen, 40 ÖkonomInnen, 60 Gruppen der Zivilgesellschaft, 54 StudentInnenorganisationen und 120.000 Petitionsunterschriften erreichten das Aus des Projekts!

Neuseeland (Aotearoa)

Der Bergbaukonzern Trans Tasman Resources wollte in der Taranaki-Bucht Millionen Tonnen Eisenerz gewinnen – und den Abraum einfach wieder zurückkippen. Das wäre eine Katastrophe für Māui-Delfine, Wale und andere Meerestiere. Greenpeace setzte sich gemeinsam mit indigenen Gemeinschaften der Iwi und Hapū sowie lokalen Gemeinden dagegen ein – jetzt wurde das Projekt gestoppt. Und international haben 81 Staaten ein Moratorium gegen den bedrohlichen Tiefseebergbau unterschrieben.

Auch in schweren Zeiten erfolgreich zu sein – das ist nur möglich, weil Menschen wie Sie uns mit Ihrer Unterstützung die Kraft dazu geben. Diese Unterstützung gibt unseren AktivistInnen die Ausrüstung, um weltweit Umweltverbrechen zu verhindern, unseren Medienleuten die Mittel, Millionen über die Lage der Umwelt zu informieren und unseren KampaignerInnen die Kraft, auf Konferenzen und bei Verhandlungen eine starke Stimme der Umwelt zu sein.

Mit Ihrer Unterstützung sind wir im vollen Einsatz für die Welt. Gemeinsam können wir alles schaffen. Vielen Dank für Ihre Unterstützung!

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Die Rainbow Warrior auf dem Weg zur Klimakonferenz, mit der Botschaft „Hört auf, uns im Stich zu lassen!"