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veröffentlicht am 28.12.2018

Die 10 wichtigsten Greenpeace-Erfolge 2018

Millionen UnterstützerInnen haben es möglich gemacht: Greenpeace konnte 2018 über 125 kleine und große Erfolge erreichen – für uralte Wälder, bedrohte Tiere, saubere Meere und ein kühles Klima. Wir präsentieren 10 Themen, bei denen wir besondere Erfolge erreichen konnten.

Die Kleinsten schützen

Ein Adelie-Pinguin und die Arctic Sunrise im Weddell-Meer

Unter den kalten Wellen des Südpolarmeeres leben bunte Korallen, schwarzweiße Pinguine, gewaltige Blauwale und zahllose rosa Krebstierchen. Dort pulsiert das an die Eiseskälte angepasste Leben. Aber es steht auf einer dünnen Basis: Jedes Tier hängt direkt oder indirekt vom Krill ab – und den hat eine millionenschwere Industrie entdeckt. Er dient als Futter für Fischfarmen ebenso wie als Bestandteil dubioser Nahrungsergänzungsmittel. Und so sind

Greenpeace hatte schon einmal die Antarktis gerettet, als die Bergbauindustrie in den 80er Jahren die Rohstoffe plündern wollte. Ein Jahrzehnt des Einsatzes zahlte sich aus, als der Kontinent geschützt wurde. Anfang 2018 waren nun seine Meere bedroht. Und Greenpeace setzte alles in Bewegung: Die Arctic Sunrise war monatelang vor Ort. Sie forschte und brachte der Welt die Bedeutung des Lebensraumes näher. AktivistInnen konfrontierten mächtige Krill-Trawler – mit dabei auch die Österreicherin Sarah aus Baden. Im Sommer schließlich kündigten die wichtigsten Vertreter der Krill-Industrie an, sich aus der Antarktis zurückzuziehen.

Der Kampf geht weiter, denn noch ist das Gebiet kein offizielles Schutzgebiet. Doch dank Millionen von Menschen konnten bereits erste Erfolge erzielt werden.

Den längsten Atem haben

Freiwillige beim Greenpeace-Feuerwehrcamp in Karelien

Nach 27 Jahren unermüdlichem Einsatz ist es Greenpeace gelungen, die russische Regierung zur Einrichtung eines Nationalparks am Ladogasee, dem größten See Europas, zu erreichen.

In drei Jahrzehnten organisierte Greenpeace Feuerwehrcamps und –patrouillen, um die Wälder am See vor Bränden durch rücksichtslose Touristen zu schützen. ForscherInnen untersuchten die Gebiete um den See. Greenpeace mobilisierte 40.000 Menschen und 40 Wissenschaftler, sich an die Regierung zu wenden. Greenpeace konterte die Pläne des riesigen staatsnahen Rosneft-Konzerns, wichtige Teile des Sees zur Ausbeutung freizugeben.

Am Ende stand der Erfolg: Ein Gebiet dreimal so groß wie Wien wurde zum Nationalpark erklärt. Die Adler am Ladogasee können nun wieder ungehindert brüten, die seltene Ladoga-Ringelrobbe sicher planschen. Sie sind nicht alleine: Insgesamt konnte Greenpeace in Russland Gebiete von der Größe der Schweiz vor Raubbau schützen. Und das ist dem geduldigen Einsatz über viele Jahre zu verdanken, möglich gemacht durch die UnterstützerInnen von Greenpeace.

Die Größten zum Umdenken bringen

Greenpeace-Aktion an einem Samsung-Shop in Taipeh

Technologieriesen präsentieren sich gerne innovativ, hochglänzend, sauber – doch unter der Oberfläche sieht es manchmal anders aus. Der koreanische Elektrogigant Samsung war lange ein Beispiel dafür: Die Energie für die Produktion in asiatischen Ländern stammte aus Kohle, der Konzern stieß CO2–Mengen in der Größenordnung wie Bolivien aus.

Greenpeace forderte deshalb seit Jahren eine Änderung. Es wurden Shops umdekoriert, Plakatwände verändert, virale Videos produziert – und nun wählte Samsung den wirklich modernen Weg. Der Konzern wird seine Produktionsanlagen in Korea mit eigenen Solar- und Geothermikanlagen ausstatten und auch die Niederlassungen in China, Europa und den USA bis 2020 mit erneuerbaren Energien versorgen.

Die uralten Wälder erhalten

Eine Aktivistin blockiert eine Forstmaschine, an die sie sich gekettet hat

Wo Luchse streifen und Wisente weiden, wo uralte Baumriesen in den Himmel ragen, begannen 2017 die Kettensägen zu heulen: Der uralte Wald von Białowieża in Polen, einer der letzten großen Urwälder Europas, war von Rodungen bedroht. Diese waren illegal – doch Gerichte brauchen Zeit zu arbeiten.

Und so stellten sich die AktvistInnen von Greenpeace den Rodungen entgegen, ketteten sich an Bäume und gewaltige Forstmaschinen, patrouillierten den Wald und gewannen so Zeit. Nach einer Verfügung des EuGH wurde dieses Jahr der Entscheid klar: Die Rodungen dürfen nicht fortgesetzt werden. Und Białowieża ist gerettet.

Den Zerstörern der Meere im Weg stehen

Greenpeace-Direktor Russel Norman vor dem Ölsuchschiff Amazon Warrior, 50 Seemeilen vor der Küste Neuseelands

Niemand hatte erwartet, im trüben Wasser der Amazonasmündung ein Riff zu finden. Doch vor wenigen Jahren geschah genau das – und das einzigartige, unerforschte Ökosystem war bereits bedroht: Denn große Ölkonzerne wollten genau dort nach Öl suchen. Ein Leck wäre eine Katastrophe gewesen. So mobilisierte Greenpeace Millionen Menschen, die sich an die Konzerne BHP Billiton, Total, BP und andere. BHP gab nach wenigen Monaten nach. Nun konnte der Einsatz die brasilianische Umweltbehörde IBAMA überzeugen, auch Total keine Lizenzen für Bohrungen zu geben Ein wichtiger Erfolg für das Amazonas-Riff!

Die Ölindustrie hatte Neuseelands Seegebiete entdeckt und schickte ihre gewaltigen Suchschiffe aus, die mit Schallwellen nach Öl suchen – zum Leid der Meereslebewesen, deren Gehör von dem Druck zerstört wird, so dass sie orientierungslos verenden. Aber AktivistInnen von Greenpeace hielten sie auf, indem sich Schwimmer direkt in den Weg der Schiffe begaben. Tausende NeuseeländerInnen wollten nicht zusehen, wie die Meere für Profit ausgebeutet wurden, und unterstützten Greenpeace. 2018 erklärte die Premierministerin, dass keine weiteren Ölsuchen genehmigt würden. Der Einsatz für die Meere Neuseelands machte auch ein neues Schiff für Greenpeace möglich: Die kleine Taitu, die Kämpferin der See, wurde in einer Crowdfunding-Aktion innerhalb weniger Wochen finanziert und wird nun die Wellen um Neuseeland hüten.

Die Bienen beschützen

Aktivistinnen protestieren mit toten Bienen vor einer Firmenzentrale in Wien

In den letzten Jahren haben die Zahlen der Bienen drastisch abgenommen – und damit droht unserer Nahrungsversorgung eine Katastrophe. Ein wesentlicher Grund dafür ist der hemmungslose Einsatz von Pestiziden.

Greenpeace kämpft seit 2012 mit aller Kraft gegen die als „Bienenkiller“ bekannten Pestizide aus der Klasse der Neonicotinoide, klärte auf, brachte Petitionen ein und startete Aktionen gegen die Rücksichtslosigkeit der Agrochemiindustrie. Mit Erfolg: Im April erließ die EU ein fast vollständiges Verbot der drei schlimmsten Bienenkiller.

Greenpeace will aber nicht nur ein Pestizid gegen ein anderes ersetzt sehen; wir setzen uns für eine biologische Landwirtschaft ein, in der Bäuerinnen und Bauern ein faires Auskommen finden, ohne auf schädliche Chemikalien angewiesen zu sein.

Die Plastikflut an der Quelle stoppen

Die Arctic Sunrise im Great Pacific Garbage Patch

Die Welt versinkt im Plastikmüll. Er erreicht inzwischen die entferntesten Orte der Erde – wie die Arctic Sunrise im Südpolarmeer dokumentierte. Immer mehr Menschen tun etwas dagegen und räumen auf, trennen Müll und recyclen. Doch die Hersteller wollen keine Mitverantwortung für die Entsorgung von Wegwerfplastik übernehmen; sie planen sogar, noch mehr davon herzustellen. Die Aufgabe, es wegzuräumen und für die Entsorgung zu zahlen, sollen wir KonsumentInnen übernehmen.

Greenpeace analysierte gemeinsam mit der Bewegung #breakfreefromplastics im Sommer Plastik, das an 179 Orten auf sechs Kontinenten gesammelt wurde, und identifizierte die größten Hersteller. Greenpeace machte in Österreich auch darauf aufmerksam, dass alleine der Textilhandel rund 80 Millionen Wegwerfsackerl pro Jahr in Umlauf bringt – und wenige Tage später gab die Bundesregierung bekannt, dass Wegwerfsackerl ab 2020 verboten sein sollen.


Den Jüngsten die besten Chancen geben

Greenpeace befragte Menschen in ganz Österreich zum Essen in Schulen. Das Ergebnis: Viel zu viele Kantinen servieren zu selten Gemüse, zu viele Fertiggerichte und zu viel Fleisch. Dabei ist eine ausgewogene Ernährung gerade für unsere Jüngsten wichtig, um ihnen die besten Chancen im Leben zu geben und sie früh mit gutem Essen vertraut zu machen.

Das Burgenland landete im Greenpeace-Ranking auf dem letzten Platz – worauf der Landtag aktiv wurde und künftig starke Richtlinien für ausgewogenes Essen aus regionalem, biologischen Anbau verfasste. Damit sprang das Burgenland vom letzten Platz in die Rolle des Vorreiters – dank Greenpeace und der vielen Menschen, die an der Umfrage teilgenommen hatten.

Für die Gesundheit forschen

Untersuchung von Wasserproben

Greenpeace deckte auf: Europäische Gewässer sind mit Pestiziden und Antibiotika verseucht – auch in Österreich. Besonders in Gebieten, wo die industrielle Tierhaltung mit riesigen Schweineställen üblich ist, ist die Belastung mit Schadstoffen groß.

Die Detox-Kampagne zur Entgiftung der Textilindustrie zog Bilanz: 80 Unternehmen weltweit haben sich zu einer giftfreien Produktionsweise bekannt. Im norditalienischen Prato-Distrikt verpflichtete sich sogar eine ganze Textilregion, giftfrei zu produzieren.

Auch politisch wurde einiges erreicht: Auf Druck von Greenpeace wurden in China, Indonesien und Mexiko gesetzliche Maßnahmen für sauberes Wasser angestoßen. Außerdem dürfen ab 2020 Textilien, die giftige Nonylphenolethoxylate (NPE) enthalten, nicht mehr in die EU eingeführt werden.

Den Weg im Konsumdschungel weisen

Hilfe im Gütezeichendschungel

Sie sind auf vielen Produkten zu finden – kleine Siegel in vielen Farben, die nachhaltigen Anbau, Tierwohl und vieles mehr versprechen. Doch allzu viele davon sind entweder undurchsichtig und unwirksam, oder sie sind schlichte Marketingmittel, um Produkten ein grünes Mäntelchen umzuhängen, das dieses nicht verdient hat. Welche Gütesiegel ehrlich und welche entbehrlich sind, ist für KundInnen schwer bis gar nicht zu durchschauen.

Greenpeace veröffentlichte daher eine detaillierte Analyse der verbreiteten Gütesiegel im Report „Zeichen-Tricks“. Er schafft schnell und übersichtlich Klarheit im Siegel-Dschungel – und führte alsbald zu Verbesserungen bei einigen Siegeln, hin zu echtem Bio, weg von falschem Grün.

Im Marktcheck verglich Greenpeace das Angebot der Supermärkte an biologischen, nachhaltigen und tierfreundlichen Produkten, sowie die Transparenz in der Kennzeichnung. Besonders aufsehenerregend: Tests von Wurstsemmeln und Schweinefleisch, die noch zahlreiche Mängel aufdeckten.

Es geht weiter – mit der Kraft der UnterstützerInnen!

Die Zukunft ist voller Herausforderungen. Die Überflutung der Welt mit Plastik erreicht neue Höhepunkte. Die Klimaerhitzung erfordert dringend entschlossenes Handeln. Lebensräume auf der ganzen Welt sind von Profitgier bedroht.

Greenpeace wird 2019 weiter für deine gesunde Welt kämpfen. Dank unserer UnterstützerInnen können uralte Wälder schützen, Tiere vor dem Aussterben bewahren, den Schutz der Meere vorantreiben, weiter für ein gesundes Klima kämpfen – und mit unseren Schiffen dafür sorgen, dass Umweltverbrechen selbst am entlegendsten Ort der Welt nicht ungesühnt bleiben.

Wir bedanken uns bei allen, die unseren Einsatz erst möglich machen. Auf ein erfolgreiches Jahr 2019!


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